Kann etwa eine eigentlich herausragende menschliche, charakterliche Eigenschaft zum Nachteil werden? Kann eine solche löbliche Eigenschaft gar auch Böses fördern?
Auf Gutes muss nicht zwingend Gutes folgen. Diese Erkenntnis ist dafür ausschlaggebend.
Kaum je würden wir Jemandem eine schlechte Charaktereigenschaft, ein schlechtes Verhalten empfehlen. Und die Erkenntnis dass auf Gutes nicht zwingend Gutes folgen muss erinnert und verführt gerade zu zur Eitelkeit des Nihilismus. Doch ist es nicht nur der Dualismus zwischen dem Guten und dem Schlechten, sondern die Erkenntnis kann auch dann zutreffen, wenn Gutes auf Gutes stösst. So geht es also viel weniger um eine weltanschauliche Übermacht des Schlechten, noch um eine Nihilierung von Werten und Grundsätzen.
Allmählich kristallisiert sich heraus, dass es um Zusammenhänge geht. Das Phänomen, etwas als „gut“ zu befinden und dem dennoch sehr kritisch gegenüber zu stehen, ist wohl allen bestens bekannt. Und eben darin liegt der Kern . . .