Kategoriearchive: Ästhetik

Gewiss nicht als Erster und zudem in Kunsttheorie nicht versiert, frage ich mich zu dieser nächtlichen Stunde was das Wesen der Ästhetik ist.

Wie sehr ist Ästhetik von der Form abhängig? In Klang, Bild, in Fotografie oder gar in in der Syntax des literarischen, poetischen Wortes. Eine Ahnung einer Einsicht, die Form diene der Ästhetik als Träger, schwant mir.

Kann sogar eine Erkenntnis ästhetisch sein? Und : inwiefern offenbart sich Ästhetik am Menschen; vollkommen unabhängig von Konventionen über irgendwelche Ideale. Jeder der ernst -und gewissenhaft Portraitfotografie betrieben hat weiss, dass das Bildgeberische zwar zur Ästhetik der Fotografie beiträgt, jedoch ohne den Ausdruck der abgebildeten Person nicht auskommt.

 

Nun ist’s Nacht. Es regnet und ein leichter Wind macht’s noch kühler als es ohnehin schon ist.  Als ich mir auf die letzten Meter vor dem Haus noch eine Zigarette gönnte, kam mir beim Anblick der Szenerie aus erträglicher Kälte, leichtem Wind und durchdringender Dunkelheit der Gedanke, wie sehr ästhetisch dies doch wirke.

Gibt es einen Unterschied in „aussehen“ und „wirken“? Oder kann – wie mir schwant – Ästhetik nur wirken? Über den Träger der Form.

Doch immer noch scheitere ich an Definitionen über das Wesen der Ästhetik. eine letztgültige wird es natürlich nicht geben, das ist mir klar. Und so bleibt mir nichts anderes übrig, als Ästhetik vergegenwärtigen. CD-Player und Verstärker haben längst Betriebstemperatur erreicht. Und die Bildbände von Böcklin, Magritte, Bresson, Moholy-Nagy und Hedgecoe warten längst auf dem Tisch um ihren angestammten Platz im Regal einnehmen zu können.

Mit der ernüchternden Einsicht, keine neue essentielle Erkenntnis gewonnen zu haben, griff ich eben gerade zur Schachtel Zigaretten und dem Feuerzeug. Was bleibt ist der Gang zum nahen Balkon. Gleich werde ich zu dieser nächtlichen Stunde die Szenerie wieder betrachten können. Mit einer Erkenntnis werde ich wohl nicht zurückkommen. Aber mit einem Eindruck. Als besässe die sich mir bietende Situation einen Ausdruck, als hätte sie ihr eigenes Wesen . . .